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Energienews


14.06.2018

Qualitätssicherung: Blower-Door-Tests liefern mehr als nur Kennwerte

Die Konzentration bei Blower-Door-Tests auf EnEV-Schlussmessungen greift zu kurz, meint der FLiB.

Machtvolles Instrument der Qualitätssicherung

„Aus unseren Mitgliederbefragungen wissen wir, dass nahezu 80 % aller Dichtheitstests als EnEV-Schlussmessungen durchgeführt werden“, erläutert FLiB-Geschäftsführer Oliver Solcher. Das sei ein bisschen so, als würde man seinen schweren Geländewagen nur zum Brötchenholen aus der Garage fahren: „Wer Luftdichtheitsmessungen auf das Ermitteln von Kennwerten reduziert, verkennt ihr großes Potenzial als machtvolles Instrument der Qualitätssicherung und zum Schutz vor Bauschäden!“

Vorgezogene Dichtheitstests bereits in der Bauphase etwa decken Leckagen in der Gebäudehülle auf, solange sich diese noch unkompliziert ausbessern lassen. So könnten wenige hundert Euro für den zusätzlichen Blower-Door-Einsatz oftmals einen fünfstelligen Betrag einsparen. Denn die fallen leicht an, wenn sich beispielsweise eine zum Zeitpunkt der Schlussmessung nicht mehr zugängliche Fehlstelle später zum massiven Ärgernis und Grund für umfangreiche Sanierungsmaßnahmen oder sogar gerichtliche Auseinandersetzungen auswächst. Deshalb rät der Fachverband nicht nur Bauherren zur frühzeitigen Dichtheitsprüfung. Gerade auch Planer und Handwerker könnten sich mit solchen Kontrollen vor Reklamationen schützen und nachweisen, dass sie korrekt gearbeitet haben.

Auch Qualität der Tests verdient Beachtung

Ein weiteres Problem, das viele FLiB-Mitglieder beobachten: Wenn Kunden sich vorrangig für einen Stempel in ihren Unterlagen interessieren, drängen Anbieter auf den Markt, die Blower-Door-Tests zu Niedrigpreisen durchführen. „Nun muss ein Dichtheitstest nicht zwangsläufig schlecht sein, nur weil er günstig ist“, relativiert FLiB-Geschäftsführer Solcher. Doch häufig kommt der niedrige Preis dadurch zustande, dass ganze Arbeitsschritte ausgelassen werden, die für eine normgemäße und dadurch auch EnEV-konforme Messung notwendig sind. Bauherren sollten sich klar darüber sein, dass sie sich auf dünnem Eis bewegen, wenn sie Fördergelder aufgrund solch fehlerhaft gewonnener Kennwerte erhalten, mahnt der Fachverband. Um Missbrauch vorzubeugen, hofft er auf verstärkte Kontrollen der Prüfberichte sowie klare Anforderungen an die Qualifikation der Messdienstleister seitens der einschlägigen öffentlichen Stellen.

Mit Blick auf die Bauschadensfreiheit und Energieeffizienz von Gebäuden führe letztlich kein Weg an baubegleitenden Blower-Door-Tests vorbei. Potenzielle Auftraggeber über den Nutzen des Verfahrens jenseits von Kennwerten und Schlussmessungen aufzuklären, identifizierten die Teilnehmer des FLiB-Workshops daher als wichtige Aufgabe für ihre eigene Kommunikationsarbeit und die des Verbands.




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